Der Kirchengemeinderat hat, nach Information durch die Geschäftsstelle beim Oberkirchenrat und ausführlicher Diskussion, am 11. 01. 05 beschlossen, ein Umweltmanagementsystem in der Gemeinde einzuführen.
Die badische Landeskirche hat hierzu das Ökoaudit-System der EMAS-Verordnung der Europäischen Union (EMAS = Ecological Management and Audit Scheme) unter dem Namen ,,Grüner Gockel`` an die kirchlichen Verhältnisse und Möglichkeiten angepasst.
Im Verlauf des Projektes unterstützt sie die Gemeinde durch die Bereitstellung von Arbeitsunterlagen, die Ausbildung von Umweltauditoren und eine abschließende Zertifizierung (geplant im Frühjahr 2008).
Bei der Auftaktveranstaltung an Christi Himmelfahrt 2005 hat sich um den Umweltbeauftragten HANS-PETER BARTKOWIAK eine Gruppe (Umweltteam) zusammengefunden, die in einem Zeitraum von 2- 3 Jahren dieses Projekt durchführt und sich hierzu alle drei Wochen Donnertags trifft. Es sind keine speziellen Fachkenntnisse erforderlich, Interessierte sind herzlich eingeladen. Mitglieder des Umweltteams sind derzeit:
GERD HAUSER, ROSWITHA HEIDBREDER, KNUT HÜTZ, JÖRG MÜNCH, DIETER SCHEMPP, IRIS-DAGMAR SCHULTES und BERT WIEBIGKE. Auch Pfarrer ANDREAS QUINCKE nimmt gelegentlich an den Treffen teil.
In der ersten Phase hat die Gruppe Daten zum Gas-, Strom-, Wasser- und Papierverbrauch erhoben, und hat bei einer Begehung der Gebäude Wärmeverluste und Einsparpotentiale gefunden. Als weiterer Schritt wurden Leitlinien entwickelt, und aus der Bestandsaufnahme ein Programm für Maßnahmen zur stetigen Verbesserung des Verhaltens der Gemeinde bezüglich Klima-, Umweltschutz und Nachhaltigkeit erarbeitet. Leitlinien und Programm wurden allen Interessierten in der Gemeinde vorgestellt und erläutert. Die Endfassung der Leitlinien ist als Datei weiter unten abrufbar.
In einem weiteren Schritt sind auch verschiedenste Fragestellungen zur finanziellen und sozialen Organisation in unserer Kirchengemeinde untersucht worden. Diese Aspekte werden am Ende unter der Bezeichnung „Emas-Plus” zertifiziert.
Zur Durchführung des Umweltprogramms werden eindeutige Zuständigkeiten in Form eines Managementsystems eingeführt. Das Managementsystem sowie das Nachhaltigkeitsprogramm werden schließlich in einer Nachhaltigkeitserklärung dokumentiert und zertifiziert. Die Zertifizierung ist für April/Mai 2008 geplant.Durch eindeutige Zuständigkeiten für Umweltangelegenheiten und ein klares Maßnahmen-Programm kann die Kirchengemeinde ihre Verantwortung für die Schöpfung konkret und glaubwürdig machen.
In der nachfolgenden 3jährigen Umsetzungsphase werden dann stetige Verbesserungen im Klima- und Umweltschutz, im Ökonomischen und im sozialen Bereich umgesetzt um schließlich auch signifikante Ressourcen- und Kosteneinsparungen erreichen zu können. Das Erreichte sowie die Fortschreibung des Nachhaltigkeitsprogramms sind dann wieder Gegenstand einer neuerlichen Zertifizierung.
Ideen und Vorschläge können Sie gerne bei unseren regelmäßigen Treffen einbringen oder einfach im Pfarrbüro für uns abgeben.
Beim Ansprechpartner Hans-Peter Bartkowiak, Tel, 3075350, sind weitere Informationen erhältlich.
Nachhaltigkeitsleitlinien
der evangelischen Kirchengemeinde Markdorf
Präambel
„Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur. Gemeinsam wollen wir uns für nachhaltige Lebensbedingungen für die gesamte Schöpfung einsetzen.”
(Charta Oecumenica 22.04.2001)
1 Überprüfen und Verbessern
Wir verpflichten uns, die ökonomische, soziale und ökologische Situation in der Kirchengemeinde ständig auf ihre Verträglichkeit und Ausgeglichenheit hin zu überprüfen und sie zu besserer Nachhaltigkeit weiter zu entwickeln.
2 Verantwortung übernehmen
Wir streben an, bei unserem Handeln und Wirtschaften Umweltbelastungen sowie soziale und ökonomische Belastungen zu vermeiden.
Die rechtlichen Vorgaben sind für uns nur Mindestanforderungen. Darüber hinaus wollen wir in Verantwortung für die nachfolgenden Generationen und die Schwachen in der Welt die Verträglichkeit und Nachhaltigkeit unseres Handelns und Wirtschaftens stetig verbessern.
3 Nachhaltigkeit im Alltag
Dazu wollen wir bei baulichen Maßnahmen und bei der Beschaffung sowie in unserem täglichen Leben sorgfältig und sparsam umgehen mit Rohstoffen und Energie. Wir bevorzugen den Einsatz erneuerbarer Energien sowie regionaler und fair gehandelter Produkte. Wir achten auf umwelt- und sozialverträgliche Produktion und Transport bei unseren Lieferanten. Wir setzen uns für entsprechendes öffentliches Handeln ein und wollen den privaten Haushalten Beispiel sein sowie Anregungen geben.
Hier finden Sie unseren Nachhaltigkeitsbericht 2008 als PDF.
4 Lokal handeln — Global denken
Die Bewahrung der Schöpfung als wichtiger Grundsatz verpflichtet uns, für den regionalen und auch weltweiten Schutz der Natur einzutreten.
5 Im Dialog bleiben
Für diese Aufgaben werden wir im Dialog mit den Gemeindegliedern, den Mitarbeitern und den Anspruchsgruppen ein Programm erarbeiten, Verantwortlichkeiten für seine Umsetzung festlegen, regelmäßig den erreichten Stand ermitteln und zertifizieren lassen.
Den Verantwortlichen, Mitarbeitenden und interessierten Gemeindemitgliedern werden wir Beratung und Weiterbildung vermitteln.
6 Transparenz
Über unsere Vorgehensweise und deren Ergebnisse werden wir die Gemeindeglieder und die Öffentlichkeit regelmäßig informieren.